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Kapitel 1: 

Wenn Papa nach Hause kommt

 

In einem kleinen Haus am Rande der Stadt, ganz in der Nähe vom Augsburger Zoo, wohnte ein fröhlicher Junge namens Jakob.
Jakob war fünf Jahre alt, hatte wuschelige braune Haare, Sommersprossen auf der Nase und eine riesige Fantasie.
Am allerliebsten auf der Welt wartete er jeden Nachmittag am Fenster – denn dann kam sein Papa Benno von der Arbeit nach Hause.

Und Papa Benno war kein gewöhnlicher Papa.

Nein, Benno Bärenstark arbeitete im Zoo! Und dort erlebte er jeden Tag die verrücktesten Abenteuer mit Löwen, Elefanten, Giraffen, Affen und – wie wir gleich hören werden – sogar mit einem kitzligen Krokodil.

Wenn Papa das Gartentor öffnete, rief Jakob jedes Mal laut:
Papi! Papi! Papi!


Dann rannte er los, so schnell er konnte, und sprang seinem Papa direkt in die Arme.
Und Papa Benno lachte, fing ihn auf, hob ihn hoch und rief:
„Achtung, ich fang ein wildes Kuscheltier ein!“

 

Benno Bärenstark und das kitzlige Krokodil

 

Nachdem Jakob seinem Papa einen dicken Kuss auf die Wange gegeben hatte, kuschelte er sich mit ihm aufs Sofa.
Papi, was hast du heute im Zoo gemacht?“, fragte er mit großen, neugierigen Augen.

Benno grinste verschmitzt.


„Ach, heute war ein ganz besonderer Tag, mein Schatz. Ich musste… rate mal… Zahnbürsten kaufen!

 

Jakob blinzelte verwundert. „Zahnbürsten? 

Im Supermarkt?“
„Ganz genau! Und Zahnpasta – gleich fünf Tuben mit extra Minzgeschmack!“

„Aber… wieso das denn?“


Jakob kicherte. „So viele brauchst du doch gar nicht. Du hast doch nur ein paar Zähne!“

Papa Benno nickte ernst.
„Stimmt. Aber weißt du, das Krokodil Giselda im Zoo… die hat über achtzig Zähne! Und heute war Zahnpflegetag!“

 

Jakob riss die Augen auf. „Hast du ihr echt die Zähne geputzt?“
„Oh ja“, sagte Benno. „Aber das war gar nicht so einfach. Immer wenn ich ihr Zahnfleisch berührte, musste sie kichern – und dann… schnapp!… machte sie das Maul zu!“

Jakob lachte laut.


„Und dann war die Zahnbürste kaputt, oder?“

Benno nickte. „Zerknackt wie ein Keks! Ich hab am Ende sieben Zahnbürsten gebraucht und zwei davon flogen im hohen Bogen durchs Krokodilgehege!“

„Warst du gar nicht ein bisschen… na ja… ängstlich?“, fragte Jakob leise.

 

Benno beugte sich nah zu ihm und flüsterte:
„Ein kleines bisschen schon. Aber ich hab Giselda vorher gefragt, ob sie mir bitte bitte nicht ins Bein beißt. Und sie hat genickt. Ich glaub, sie mochte die Zahnpasta.“

 

Jakob gähnte und kuschelte sich tiefer in Papas Arm.
„Giselda ist echt mutig, dass sie sich die Zähne putzen lässt…“, murmelte er.
„Und du auch, Papa.“

 

Benno streichelte ihm sanft über den Kopf.
„Weißt du, mein Schatz… man braucht gar nicht so viele Muskeln, um mutig zu sein. Manchmal reicht es, wenn man jemandem vertraut – auch wenn er viele Zähne hat.“

Jakob nickte langsam. Seine Augen wurden schwer.

„Papi…?“
„Hm?“
„Hast du morgen wieder eine Geschichte für mich?“
Benno grinste.


„Aber natürlich. Ich glaube, der Löwe braucht morgen eine neue Frisur. Für seine Freundin.“

Jakob kicherte verschlafen.
„Dann nimm den blauen Kamm, der macht Zacken.“

Benno lachte leise.


„Wird gemacht, mein kleiner Friseur.“

Und während der Mond über dem Zoo leise durch die Wolken schlich, schlief Jakob mit einem Lächeln auf den Lippen ein –
und träumte von einem kichernden Krokodil mit blitzblanken Zähnen.

 

 

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Kapitel 2: 

Der Löwe mit der wilden Mähne

 

Am nächsten Tag, als Papa Benno nach Hause kam, rannte Jakob ihm wie immer voller Freude entgegen.


Papiii!“ rief er und sprang in seine Arme.
„Hast du wieder eine Geschichte für mich?“

Benno nickte geheimnisvoll.
„Und wie! Heute ging es um einen ganz besonderen Kunden… den Löwen Lenny!“

 

Jakob riss die Augen auf.
„Den mit der wuscheligen Mähne, die aussieht wie ein Kissen, das explodiert ist?“

„Genau der!“, lachte Papa.


„Heute war nämlich Date-Tag im Zoo. Lenny hatte sich mit Löwin Lola zum Mittagessen verabredet – und da musste er natürlich besonders gut aussehen.“

 

„Und DU hast ihn frisiert?“
Jakob kicherte schon beim Gedanken daran.

„Ich? Ich war heute der Löwenfriseur vom Dienst! Ich hab den großen, goldenen Kamm genommen – den mit den Zacken, den du magst – und los ging’s.“

 

Benno setzte sich auf die Couch, nahm Jakobs Haar in die Finger und fuhr spielerisch hindurch.
„Ich hab Lenny Zöpfe gemacht. Dann einen Mittelscheitel. Dann einen Wuschelknoten. Aber am besten gefiel ihm der Königszackenlook – mit ein bisschen Aloe-Vera-Gel.“

 

„Und… hat Lola’s Herz gebrüllt vor Freude?“
Jakob grinste verschmitzt.

Benno nickte.


„Sie hat geschnurrt wie eine Katze beim Streicheln. Und dann hat sie ihm ein großes Stück Melone geschenkt – als Nachtisch.“

„Melone?“


„Na klar! Im Augsburger Zoo mögen Löwen auch mal was Süßes. Vor allem, wenn’s um die Liebe geht.“

 

Als Papa Benno mit seiner Erzählung endete, hatte Jakob Tränen vom Lachen in den Augen.
„Ein Löwe mit Zöpfen!“, quietschte er. „Das hätte ich sooo gern gesehen!“

Benno grinste.


„Vielleicht hast du Glück – Lenny wollte morgen einen Irokesenschnitt. Für den Fall, dass Lola ihn nochmal zum Melonen-Eis einlädt.“

Jakob gähnte, streckte sich und ließ sich in Papas Arm sinken.


„Papi… wenn du morgen in den Zoo gehst… kannst du Lenny fragen, ob er mir ein Autogramm in meine Brotdose malt?“

Benno lachte leise.
„Ich frag ihn. Vielleicht brüllt er auch einen kleinen Gruß hinein.“

Jakob schloss die Augen.


„Ich wär gern auch so mutig wie du. Und so gut im Frisieren.“

Benno küsste ihn auf die Stirn.
„Du bist mein kleiner Löwenbändiger – mit dem größten Herzen.“

 

Und während die Nacht leise über den Zoo kroch, träumte Jakob davon, wie er selbst dem Löwen eine neue Frisur zauberte – mit Glitzer und Pommes als Lockenwickler.

 

 

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Kapitel 3: 

Die Giraffe und der kitzlige Hals

 

Wie jeden Abend saßen Jakob und Papa Benno nach dem Abendbrot gemütlich auf dem Sofa.
Jakob hatte schon den Schlafanzug an, aber bevor er ins Bett ging, wollte er natürlich noch eine Geschichte hören.

 

„Was ist heute im Zoo passiert, Papi?“
Benno grinste.
„Heute musste ich jemanden kraulen. Ganz vorsichtig. Und gaaaanz weit oben.“

Jakob runzelte die Stirn.
„War es etwa… die Giraffe Giselle?“

„Treffer! Giselle hat beim Frühstücken nicht nur Blätter gefuttert – sondern aus Versehen einen kleinen Ast verschluckt. Und der hat gekitzelt! Direkt im Hals.“

 

Jakob hielt sich den eigenen Hals.
„Uff! Und was hast du gemacht?“

„Na ja, ich hab erst versucht, sie zum Husten zu bringen. Aber sie hat nur gekichert und mit dem Hals gewackelt wie ein Gartenschlauch.
Dann hab ich die große Giraffenleiter geholt, bin ganz langsam hochgestiegen… und habe Giselle am Hals gekrault, genau da, wo es gekitzelt hat.“

 

„Hat das geholfen?“
„Oh ja! Sie hat so laut gelacht, dass sogar der Flamingo erschrocken ist und einen Salto gemacht hat! Und dann – hatschi! – hat Giselle den Ast einfach rausgeniest!“

Jakob lachte und rollte sich vor Freude auf dem Sofa.
„Was für ein Giraffen-Nieser!“

 

Jakob legte seinen Kopf an Papas Schulter.
„Ich wusste gar nicht, dass Kraulen so wichtig sein kann.“

 

Benno lächelte.
„Manchmal hilft ein bisschen Liebe – und ein bisschen Kitzeln – mehr als alles andere.“

Jakob gähnte.


„Wenn ich mal groß bin, werd ich auch Tier-Kitzler. Und du hilfst mir mit der Leiter.“

„Abgemacht“, flüsterte Benno. „Aber nur, wenn ich auch mal niesen darf.“

 

Und als der Wind durch die Bäume rauschte und die Giraffen friedlich unter dem Sternenhimmel dösten, schlief Jakob ein –
und träumte davon, wie er mit einem riesigen Giraffen-Kamm durch die Wolken kraxelte.

 

 

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Kapitel 4: 

Die schwimmfaulen Pinguine

 

An diesem Nachmittag rieb sich Papa Benno die Hände, als er durchs Gartentor kam.
„Brrr, heute war’s ganz schön frostig im Zoo!“, rief er lachend.

 

Jakob hüpfte aufgeregt vor ihm her.
„Was hast du denn gemacht? Einem Eisbär den Schal gestrickt?“

Benno schüttelte den Kopf.
„Fast! Ich musste den Pinguinbabys das Schwimmen beibringen.“

 

Jakob staunte.
„Können die das nicht von ihren Eltern lernen?“

„Normalerweise schon“, sagte Benno. „Aber dieses Jahr war der Teich so kalt, dass selbst die Pinguineltern lieber auf dem Eis Pirouetten gedreht haben, statt ins Wasser zu springen.“

„Und du?“


„Ich hab mir gedacht: Wenn Pinguine nicht schwimmen wollen, müssen sie erst mal Spaß mit dem Wasser haben!

Benno machte eine Rutschbewegung mit den Armen.


„Also hab ich einen kleinen Eisberg aufgeschüttet – so einen Hügel aus Schnee – und bin mit dem Bauch draufgerutscht! Direkt rein ins eiskalte Wasser! Platsch!

Jakob riss die Augen auf.


„Und die Pinguine?“

„Erst haben sie ganz doof geguckt… dann haben sie laut gequiekt – und alle hinterher!
Einer purzelte, einer drehte sich, einer hat sich vor Lachen fast in den Schal geknotet.
Und schwupps – schon konnten sie schwimmen!“

 

„Das war bestimmt SAUkalt!“
„EISkalt!“, grinste Benno. „Aber dafür gab’s danach heißen Kakao. Mit Marshmallows. Für mich. Die Pinguine wollten lieber Fische.“

 

Jakob hatte sich schon ganz in seine Kuscheldecke eingerollt.
„Papi? Wenn ich mal friere… rutschst du dann auch für mich über den Eisberg?“

Benno lachte.


„Nur, wenn du hinterherrutschst. Und wir danach einen Kakao-Wettbewerb machen.“

Jakob gähnte und schloss die Augen.
„Ich nehm zwei Marshmallows. Und einen Pinguin als Mitbewohner.“

 

Benno flüsterte:
„Dann träum gut, mein kleiner Rutschmeister.“

 

Und während draußen der Wind leise durchs Fenster pfiff, glitt Jakob in den Schlaf –
und träumte von einer eisigen Wasserrutsche voller kichernder Pinguine mit bunten Schwimmflügeln.

 

 

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🐘 Kapitel 5: 

 

Die Elefanten-Badeparty

 

Am Abend kuschelte sich Jakob wieder auf Papas Schoß, frisch gebadet, aber mit nassen Haaren.
„Papi, was war heute im Zoo los? Gab’s wieder ein Abenteuer?“

Benno nickte.


„Und wie! Heute wollte ich den Elefanten beim Duschen helfen – aber weißt du, was sie gemacht haben?“

Jakob runzelte die Stirn.
„Wegrennen?“

„Fast. Sie haben sich alle hingesetzt. Mit verschränkten Beinen. Und beleidigten Gesichtern.

„Warum das denn?“

„Weil das Wasser langweilig war! Keine Farbe, kein Schaum, kein Spaß.“

 

Jakob lachte.
„Aber Elefanten lieben doch Wasser!“

„Normalerweise ja. Aber heute wollten sie eine richtige Badeparty.
Also hab ich Seifenblasenpulver geholt. Und Melonenduft. Und einen Lautsprecher mit Musik.“

„Welche Musik?“

 

„’Trompeten-Twist’. Das ist der Lieblingssong vom Elefanten Emil.“

„Und dann?“

„Dann ging’s los! Seifenblasen flogen durch die Luft, die Elefanten tanzten unter dem Wasserstrahl, einer hatte Schaum auf dem Kopf wie ein Turm… und der kleinste Elefant, Ella, hat sich gerollt wie ein Donut und durch den Schaumkegel gerutscht!“

„Ich will da auch mal mitmachen!“, quietschte Jakob.

 

Benno deckte Jakob sanft zu.
„Weißt du, mein Schatz… manchmal macht ein bisschen Seife aus einem ganz normalen Tag ein echtes Fest.“

Jakob gähnte.


„Ich wünsche mir eine Melonenseife. Und eine Badewanne mit Schaumburg.“

„Dann lade ich morgen Emil ein“, flüsterte Benno.
„Aber nur, wenn du Trompeten-Twist tanzt.“

Und während draußen die Sterne glitzerten und sich die Elefanten leise in Seifenschaum träumten,
schlummerte Jakob mit einem dicken Grinsen in eine Nacht voller Trompeten und Melonenduft.

 

 

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🦜 Kapitel 6: 

Der Papagei, der alles zu wörtlich nahm

 

An diesem Abend saß Jakob schon mit seinem Lieblingsbuch auf dem Schoß, aber er wartete gespannt auf die echte Geschichte – die von Papa.

„Papi, was war heute im Zoo los? Hat jemand wieder gebadet?“

Benno lachte.


„Nein, heute wurde geredet. Und zwar viel! Aber nicht von mir – sondern von Papagei Pablo.

„Der bunte mit dem Riesen-Schnabel?“

„Genau der. Pablo sollte heute sprechen lernen. Ich hab ihm Wörter beigebracht wie ‚Hallo‘, ‚Danke‘ und ‚Tschüss‘.“

„Und? Hat er’s gelernt?“

Benno seufzte theatralisch.


„Oh ja. Zu gut. Er hat jedes Wort genau so gesagt – aber er hat auch alles ganz wörtlich genommen!“

„Wie meinst du das?“

„Ich hab gesagt: ‚Mach dich locker!‘ – und Pablo fiel einfach vom Ast. Plumps.


Dann sagte ich: ‚Beiß dir auf die Zunge!‘ – und er schrie: ‚Aua! Warum das denn?‘
Und als ich sagte: ‚Jetzt mal Butter bei die Fische!‘, versuchte er wirklich, Butter in das Aquarium zu werfen!“

Jakob brüllte vor Lachen.


„Aber… das ist doch nicht mal ein Fischkäfig!“

„Sag das mal Pablo. Er hat auch den Pfau als Putzhilfe verwechselt – weil ich gesagt hab, der macht den Hof sauber.“

„Ich glaub, Pablo ist ein Sprachzauberer!“, quietschte Jakob.

 

Benno setzte sich zu Jakob ans Bett.
„Weißt du, manchmal ist es gar nicht so schlimm, Dinge falsch zu verstehen. Wenn man dabei alle anderen zum Lachen bringt, macht man alles richtig.“

Jakob gähnte.


„Wenn ich morgen jemandem sage, er soll den Mund halten… und der nimmt einen Deckel… ist das dann auch Pablos Schuld?“

„Ganz bestimmt“, sagte Benno und küsste ihn auf die Stirn.
„Aber sag’s bitte mit Sahne. Dann ist es halb so wild.“

 

Und während sich draußen der Zoo in die Nachtruhe kuschelte, plauderte Pablo noch leise vor sich hin:
„Butter bei die Brotdose! Affe gut, alles gut!“

Jakob schlief ein – mit einem Grinsen und dem festen Plan, morgen ein Wörterbuch für Papageien zu malen.

 

 

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🐒 Kapitel 7: 

 

Affen-Yoga mit Benno

 

„Papi, du riechst heute irgendwie nach Banane…“, sagte Jakob, als Benno sich zu ihm aufs Sofa plumpsen ließ.

„Das liegt daran, dass ich heute Yogalehrer war. Für eine Horde wilder Affen.

Jakob riss die Augen auf.


„Affen? Und Yoga? Die hängen doch lieber an Lianen!“

Benno nickte.
„Und genau das war das Problem! Die waren so aufgedreht, dass selbst der Gepard vom Rasen runtergeschaut hat.“

 

„Und was hast du gemacht?“

„Ich hab meine Yogamatte geschnappt, mich mitten ins Affengehege gesetzt, tief eingeatmet und gesagt:
‚Wir beginnen mit der Banane-auf-dem-Bauch-Stellung.‘“

„Und? Hat’s geklappt?“

 

„Zuerst haben sie gelacht. Dann haben sie sich draufgesetzt. Einer hat meine Zehen untersucht.
Aber dann hat einer tatsächlich mitgemacht! Und dann der nächste… und der nächste!
Am Ende hingen fünf Affen kopfüber in der fliegenden Banane, einer hatte einen Apfel auf dem Kopf balanciert – und der kleinste hat geschnarcht im Schneidersitz!“

Jakob prustete los.
„Was für eine wilde Yogastunde!“

 

Benno streckte sich müde.
„Weißt du, manchmal denken alle, man muss sich ständig bewegen. Aber manchmal hilft ein bisschen Ruhe… auch den wildesten Lianen-Kletterern.“

Jakob lächelte schläfrig.


„Dann machen wir morgen Früh gleich die Faultier-Position.
Mit Kakao auf dem Bauch.“

„Ich mach mit“, flüsterte Benno.
„Aber nur, wenn du mir vorher den Apfel vom Kopf nimmst.“

 

Und während draußen der Zoo stiller wurde und sogar die Affen in der Hängematte schnauften,
träumte Jakob davon, mit Benno unter dem Sternenhimmel zu sitzen – im Lotussitz, mit einer Banane im Ohr.

 

 

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🦔 Kapitel 8: 

Der Igel mit dem Wollpulli

 

Jakob hatte sich heute besonders fest eingemummelt.
„Papi, ich frier. Ich brauch auch so einen warmen Zoo wie du!“

Benno grinste.


„Dann erzähl ich dir genau das Richtige. Heute ging’s nämlich um Igel Ida, die friert, obwohl sie Stacheln hat!“

„Was? Ich dachte, Igel sind von Natur aus kuschelig!“

 

„Nicht Ida. Die ist zart wie ein Marzipanbrötchen. Und heute früh saß sie zitternd in ihrem Laubhaufen.
Ich hab ihr einen Schal angeboten – aber der hat sich sofort verheddert. Also hab ich… gestrickt!

Jakob klappte den Mund auf.
„Du kannst stricken?!“

Benno nickte stolz.


„Na klar! Hab ich von Oma gelernt. Ich hab Ida einen Miniwollpulli gestrickt – mit Löchern für die Stacheln!“

„Und hat’s gepasst?“

„Wie angegossen. Ida lief los, stolz wie ein Pinguin im Smoking. Und dann passierte es…
Alle anderen Tiere wollten auch einen Pulli! Die Maus wollte Streifen, die Gans Glitzer, und der Pfau – na ja, der wollte einen Umhang mit Krone.“

 

Jakob lachte schallend.
„Und? Hast du für alle gestrickt?“

„Zum Glück kam die Schildkröte vorbei – und hat eine Wollwerkstatt eröffnet. Jetzt näht der ganze Zoo.“

 

Benno zog Jakob liebevoll die Decke hoch.
„Weißt du, mein Schatz… Wärme kommt nicht nur vom Pulli. Manchmal reicht es, wenn man jemandem zeigt, dass man sich kümmert.“

 

Jakob kuschelte sich ein.
„Ich möchte morgen auch stricken. Für mein Kuscheltier. Und für dich. Einen mit Giraffenmuster.“

Benno grinste.


„Dann trag ich ihn mit Stolz – und mach den nächsten Elefanten neidisch.“

Und während draußen der Wind leise durch die Bäume strich, träumte Jakob davon, auf einem riesigen Strickschaf durch den Zoo zu reiten –
alle Tiere bunt eingemummelt, und über allen flogen Wollknäuel wie Schneeflocken.

 

 

🦔 Kapitel 8: 

Der Igel mit dem Wollpulli (mit Borstel!)

 

Jakob hatte sich heute besonders fest eingemummelt.
„Papi, ich frier. Ich brauch auch so einen warmen Zoo wie du!“

Benno grinste.
„Dann erzähl ich dir genau das Richtige. Heute ging’s nämlich um Igel Ida, die friert, obwohl sie Stacheln hat!“

 

„Was? Ich dachte, Igel sind von Natur aus kuschelig!“

„Nicht Ida. Die ist zart wie ein Marzipanbrötchen. Und heute früh saß sie zitternd in ihrem Laubhaufen.
Ich hab ihr einen Schal angeboten – aber der hat sich sofort verheddert. Also hab ich… gestrickt!

Jakob staunte.


„Du kannst stricken?!“

„Na klar! Und diesmal hatte ich einen kleinen Helfer: Borstel, der neue Igel im Zoo. Ein ganz besonderer kleiner Kerl – mit einer krummen Nase und einem schielenden Blick, aber einem riesigen Herz!“

„Oh, wie süß! Und was hat Borstel gemacht?“

„Er hat mir beim Wollewickeln geholfen! Immer wenn ich mich verheddert habe, ist Borstel mit seiner kleinen Pfote gekommen und hat mich aus dem Knoten befreit. Er hat sogar einen Knäuel auf seiner Stupsnase balanciert!“

 

„Und Ida?“

„Die hat sich soooo gefreut! Der Pulli hatte extra kleine Löcher für ihre Stacheln.
Und dann kam’s, wie’s kommen musste: Die anderen Tiere wollten auch Pullis. Die Maus wollte Streifen, die Gans Glitzer, und der Pfau – na ja, der wollte einen Umhang mit Krone.“

„Und Borstel?“, fragte Jakob leise.

„Der hat einfach nur geschaut – ein bisschen schief, ein bisschen verlegen – und dann den schönsten kleinen Schal bekommen, den ich je gemacht hab.


Mit einem Herz drauf. Und Ida hat ihn gleich zur Seite geschubst und gesagt:
Der ist für dich, du Strickheld!’“

 

Benno deckte Jakob sanft zu.
„Weißt du, manchmal ist jemand ganz besonders – nicht trotz seiner Schrullen, sondern gerade wegen ihnen.“

Jakob lächelte.


„Ich glaub, Borstel wär mein Freund. Ich mag schiefe Blicke. Die lachen mit.“

Benno küsste ihn auf die Stirn.
„Dann träum schön von Strickabenteuern – mit Borstel, bunten Knäueln und ganz viel Herz.“

Und während draußen der Wind durch die Bäume rauschte und Borstel seinen Schal leicht schief trug,
schlief Jakob ein – und in seinem Traum war der kleine Igel der Star auf der Modenschau im Zoo.

 

 

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🦦 Kapitel 9: 

Otto, der Otter und das große Seifenrennen

 

Als Benno nach Hause kam, hatte er nasse Hosen, glitschige Schuhe und Seifenschaum im Bart.
Jakob starrte ihn an.
„Papi… hast du versucht, dich in der Waschmaschine zu verstecken?“

Benno schüttelte lachend den Kopf.
„Nein, mein Junge – ich war beim großen Otter-Seifenrennen. Und ich war das Testobjekt!“

 

„Ein Rennen? Mit Ottern?!“

„Ja! Die Otter wollten heute wissen, wer am schnellsten rutschen kann. Also hab ich mit Gartenschläuchen eine riesige Bahn gebaut – mit Seifenlauge, Wasserspritzern und einer großen Zielpfütze.“

Jakob war begeistert.


„Und? Wer war der Schnellste?“

„Tja… es sah zuerst nach einem klaren Sieg für Speedy, den Supersprinter-Otter aus.
Aber dann kam Otto.“

„Otto? Der Langsame, der immer nachdenkt?“

„Genau der. Während die anderen schon gerutscht waren, hat Otto sich erstmal Seife auf den Bauch geschmiert, den Wind geprüft und eine Schwimmbrille aufgesetzt.

„Oh wow.“

 

„Dann ist er los. Und er hat nicht einfach gerutscht – nein, er hat gelenkt! Mit den Pfoten, mit der Rute – wie ein kleiner Seifenpilot!
Er ist elegant durch den Looping, hat keinen einzigen Baum getroffen – und ist mit einem Salto in die Zielpfütze geplatscht! Alle Otter waren sprachlos. Und klatschnass.“

 

Jakob kicherte und kuschelte sich ein.
„Ich wär gern wie Otto. Nicht der Schnellste, aber der Schlauste.“

Benno lächelte.


„Weißt du, manchmal ist es nicht wichtig, wie schnell du bist, sondern wie du dich auf den Weg machst.“

„Und mit wem. Ich würd mit Otto und Borstel rutschen gehen. Die sind cool.“

Benno zwinkerte.
„Dann bau ich euch morgen die längste Seifenbahn der Welt. Mit Regenbogen-Schaum.“

 

Und während draußen der Mond über die Baumkronen stieg und ein letzter Otter leise ins Wasser platschte,
träumte Jakob davon, auf einem Bauchschlitten durch Seifenwelten zu gleiten – mit Otto vorneweg und Borstel als Kommentator auf einem Waschlappen.

 

 

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🐢 Kapitel 10: 

Schildkröte Sissi und der große Tempo-Test

 

An diesem Abend kam Benno besonders langsam zur Tür herein.
Nicht, weil er müde war – sondern weil er seine Beine kaum noch spürte.

 

„Papi? Du läufst wie eine Schnecke mit Gummistiefeln“, sagte Jakob kichernd.

„Und das, mein Sohn, ist die Schuld von Schildkröte Sissi!“, stöhnte Benno.

 

„Sissi? Die mit dem Panzer, der wie ein Zelt aussieht?“

Benno nickte.
„Heute war im Zoo Tempo-Tag. Alle Tiere haben ausprobiert, wie schnell sie laufen, hüpfen oder krabbeln können. Nur Sissi war traurig.“

 

„Weil sie so langsam ist?“

„Ja. Die Schnecken haben sie sogar überholt. Also hab ich gesagt: ‚Sissi, heute zeig ich dir, wie man richtig rollt!‘“

Jakob setzte sich aufrecht hin.


„Papi… was hast du gemacht?!“

„Ich hab aus zwei alten Rollschuhen ein Schildkröten-Mobil gebaut – mit extra breiten Rädern, einem Helm mit Blümchen und Bremslicht am Panzer!“

„Und? Hat sie es geschafft?“

 

„Sie war erst ganz unsicher. Aber dann hat sie den Schwung eines hüpfenden Kängurus mitgenommen – und ist mit einem „Wheee!“ quer durch das Flamingogehege gebrettert!
Sie war so schnell, dass der Pfau sein Gefieder als Zielflagge benutzt hat!“

 

Jakob lächelte.
„Ich find’s schön, wenn die Langsamen zeigen, dass sie ganz viel draufhaben.“

Benno nickte.


„Manchmal braucht man eben nur ein bisschen Hilfe… und einen Blümchenhelm.“

„Wenn ich morgen langsam bin, baust du mir auch Rollschuhe?“

 

„Nur, wenn du mir einen Pokal bastelst. Für den besten Schildkrötenmechaniker der Welt.“

Und während draußen Sissi ganz langsam durch den Mondschein rollte – mit Leuchtstreifen und einem stolzen Lächeln –
träumte Jakob davon, mit ihr ein Rennen zu fahren. Im Panzer-Cabrio. Mit Borstel auf dem Beifahrersitz.

 

 

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📚 Impressum & Dank

Titel:
Papa aus dem Zoo – Jeden Tag ein tierisches Abenteuer

Idee & Geschichten:
Inspiriert von Ernst Finkenzeller (Portugal, ehemals Gachenbach)
Mit viel Herz, Humor und Fantasie zum Leben erweckt.

Text & Umsetzung:
Frank Meyer

Illustrationen:
Digital gestaltet mit Liebe zum Detail
(KI-unterstützt mit künstlerischer Bearbeitung)

Herausgeber:
Frank Meyer, Schrobenhausen

Copyright:
© 2025 Frank Meyer. Alle Rechte vorbehalten.
Die Inhalte dieses Buches, einschließlich der Illustrationen und Texte, sind urheberrechtlich geschützt.
Vervielfältigung, Verbreitung oder Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung des Urhebers.

 

Danksagung:
Ein herzliches Dankeschön an Ernst Finkenzeller,
dessen Fantasie, Liebe zu Tieren und verschmitzter Humor
die Grundlage für diese Geschichten voller Herz und Lachen sind.
Ohne ihn gäbe es keinen Benno Bärenstark –
und Borstel würde noch ohne Schal durchs Laub tapsen.

 

 

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